Vernissage „Kulturelle Brücken in Europa“ Adel aus Böhmen und Mähren, Geschichte und Gegenwart vernetzen sich im Haus Gutenberg, Liechtenstein.

Am Montag war ich in München bei der Premiere des Films „Franz K.“, eine Veranstaltung, die vom Adalbert Stifter Verein mitorganisiert wurde.  Am 21.10.2025, organisierte dieser Verein zusammen mit weiteren Partnern die Vernissage „Kulturelle Brücken in Europa, Adel aus Böhmen und Mähren nach 1945“ im Haus Gutenberg. Die Verknüpfung dieser beiden Ereignisse verdeutlicht das breite Spektrum dieses engagierten Vereins, der tief in der mitteleuropäischen Geschichte verwurzelt ist.

Haus Gutenberg in Liechtenstein als die Bühne der Geschichte

Die Vernissage fand im Haus Gutenberg in Liechtenstein statt, einem Ort, der selbst Teil einer lebendigen Geschichte ist. Obwohl ich schon mehrfach in Liechtenstein war, war dies meine Premiere in diesem Haus. Gerade dort fühlte ich mich herzlich willkommen.

Die lebenden Verbindungen des Adels

Die Ausstellung bringt viele historische Persönlichkeiten und ihre komplexen Rollen ins Licht. Unter den Gästen war auch eine hochrangige lebende Persönlichkeit, Sophie, ihre Hoheit Prinzessin von und zu Liechtenstein. Ihre Anwesenheit symbolisiert die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart und unterstreicht den Brückengedanken der Ausstellung. In einer Zeit der Entfremdung sind solche Momentaufnahmen von Zusammenhalt besonders wertvoll.

Der Adalbert Stifter Verein als kultureller Motor

Seit 80 Jahren widmet sich der Adalbert Stifter Verein der Erforschung und Vermittlung der deutsch-böhmischen Kulturgeschichte. In einem älteren Beitrag habe ich über die Rolle von Dr. Becher bereits geschrieben. Die heutige Vernissage war das erste Mal, dass der Verein in Liechtenstein präsent war, ein bedeutender Schritt, der kulturelle Netzwerke und den grenzüberschreitenden Dialog stärkt. Der Verein verbindet Archive, Familiennachlässe und wissenschaftliche Expertise zu einer lebendigen Ausstellung, die auch das komplexe Erbe des Adels dokumentiert und lebendig macht.

Hoffnung und Dialog, starke Worte von Prof. PhDr. Mgr. Tomáš Knoz, Ph.D.

Ein besonderer Höhepunkt war der Beitrag von Prof. Knoz, dem Vorsitzenden der Liechtensteinisch-Tschechischen Historikerkommission. Prof. Knoz zeigte, wie die Traditionen des Adels mit der Moderne verbunden werden, und erinnerte an die tiefgreifenden Umbrüche des 20. Jahrhunderts, die dennoch nicht das Ende der kulturellen Rolle des Adels markierten.

Kulturelle Brücken bauen und ein Aufruf zur gemeinsamen Verantwortung

Für mich war es eine bewegende Erfahrung, Teil dieser Vernissage zu sein. Hier in Liechtenstein erlebte ich ein Miteinander, das zeigt, wie stark kulturelle und menschliche Verbindungen sein können. Die Ausstellung macht sichtbar, dass die Geschichte nicht nur in Büchern lebt, sondern durch Begegnungen und gemeinsames Erinnern.

Die Ausstellung zeigt exemplarisch, wie Familien, Institutionen und Organisationen Brücken bauen, die über politische oder nationale Grenzen hinausgehen. Der Adalbert Stifter Verein verkörpert diese Idee nicht nur programmatisch, sondern setzt sie mit großem Engagement in die Tat um.

In diesen Zeiten, die von Unsicherheiten geprägt sind, ist gerade diese Haltung ein wertvolles Geschenk, eine Brücke zu mehr Verständigung und Zusammenhalt in Europa. Herzlichen Dank, dass ich dabei sein durfte. Die Ausstellung ist noch bis Dezember im Haus Gutenberg zu sehen.

Deutsch https://www.henryertner.com/kulturelle-bruecken-in-europa-adel-aus-boehmen-und-maehren-nach-1945/

English https://medium.com/@henryertner/cultural-bridges-in-europe-nobility-from-bohemia-and-moravia-after-1945-299224d97c6a

Česky https://medium.seznam.cz/clanek/henry-ertner-kulturni-mosty-v-evrope-slechta-z-cech-a-moravy-po-roce-1945-200737


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